Der ESV Kaufbeuren trauert um Gerhard Schuster

Vereins-News

08.04.2016 08:0008.04.2016 08:00 | geschrieben von ESVK-Presseteam

Der ESV Kaufbeuren trauert um Gerhard Schuster

Gerhard Schuster ist tot. Eine bestürzende Nachricht. Sie ergreift, erschüttert, macht traurig. Hinterlässt Betroffenheit. Ein paar wenige Wochen erst mag es her sein, dass mir sein Vater von ihm und seiner Heimkehr ins Allgäu erzählt hat. Und jetzt ereilt uns die berührende Botschaft von seinem plötzlichen, seinem viel zu frühen Tode. Das zu begreifen fällt schwer. Ihm waren nur dreiundsechzig Jahre vergönnt.

Gerhard Schuster entstammte einer echten Kaufbeurer Eishockeyfamilie. Sein Vater Luggi gehörte zu jenen Enthusiasten, die den ESVK anno sechsundvierzig aus der Taufe hoben und auch als Spieler zu Männern der allerersten Stunde wurden. Nach seiner aktiven Laufbahn erwarb sich Luggi Schuster den Ruf des vorbildlichen Nachwuchsförderers und noch heute sitzt das einundneunzigjährige Kaufbeurer Eishockeyurgestein Spiel für Spiel auf der Tribüne, um seinem ESVK die Daumen zu drücken.

Gerhards jüngerer Bruder Manfred bildete gemeinsam mit Dieter Medicus die legendäre "Kaufbeurer Stadtmauer". Der vielfache Nationalverteidiger und Olympiafünfte von Calgary prägte entscheidend die goldenen Achtziger des ESVK mit. Sein Trikot hängt am Berliner Platz unter dem Hallendach. Er steht im Kaufbeurer All-Star-Team des zwanzigsten Jahrhunderts. "Mein Bruder Gerhard war mein großes Vorbild", erzählte mir Manfred Schuster einmal, "deshalb kam für mich auch nichts anderes infrage als das Eishockey. Mein großes Ziel war es, mit ihm zusammen in einer Mannschaft zu spielen, was dann auch zwei Jahre lang der Fall war."

In den Siebzigern war das, als Gerhard Schuster, bedeutsames Mitglied des phantastischen 71er Juniorenmeisterteams, längst zu einem Eckpfeiler der rotgelben Bundesligamannschaft geworden war. Ein brandgefährlicher Außen mit Zug zum Tor und einem Schnauzbart wie Charles Bronson. Pfeilschnell. Schnörkellos. Technisch beschlagen. Spielstark. Die Elf auf dem Rücken. Später schloss er sich dem RSC Bremerhaven und schließlich dem EHC 80 Nürnberg an, ehe ihn sein Lebensweg kurz nach der Jahrtausendwende über den Großen Teich und nach Halifax in die kanadische Provinz Nova Scotia führte. Der Kontakt in die Heimat riss aber niemals ab und wenn Gerhard seine Familie und Kaufbeuren besuchte, wohnte er wie selbstverständlich den Spielen seines ESVK am Berliner Platz bei.

Am 2. April 2016 hat uns Gerhard Schuster für immer verlassen. Es ist unfassbar, bewegend, berührend. Traurig. Sehr traurig. Kaufbeuren verliert einen großen Sohn. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt der sympathischen Eishockeyfamilie Schuster, die zum ESVK gehört wie der Fünfknopfturm zu Kaufbeuren.

Von Manfred Kraus

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